Die Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker e.V. verfolgt die aktuelle Diskussion um Wildbienen, Honigbienen und Imkerei mit Aufmerksamkeit und wachsender Sorge.
Sachliche Kritik, wissenschaftliche Einordnung und offene Fragen sind notwendige Bestandteile einer lebendigen Debatte. Pauschale Verurteilungen von Imkerinnen und Imkern, persönliche Angriffe sowie das konstruierte Gegeneinander von Honig- und Wildbienen weisen wir jedoch entschieden zurück.
Die wiederholt erhobenen Vorwürfe von „Massentierhaltung“, „Ausbeutung“ oder einer existenzbedrohenden Konkurrenz für Wildbienen werden der Realität der Imkerei in Deutschland nicht gerecht. Die Imkerei ist hierzulande überwiegend kleinteilig organisiert. Die Zahl der Bienenvölker pro Imkerin und Imker ist in den vergangenen Jahrzehnten ebenso gesunken wie die Gesamtzahl der Bienenvölker im historischen Vergleich. Von Massentierhaltung kann daher keine Rede sein.
Sowohl Honigbienen als auch Wildbienen sind unverzichtbar für die Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen. Keine der beiden Gruppen kann diese Aufgabe allein erfüllen. Ein Gegeneinander führt in die Irre. Notwendig ist ein Miteinander. Die zentralen Herausforderungen liegen nicht in einer vermeintlichen Konkurrenz, sondern vor allem in strukturellen Defiziten unserer Landschaften: Habitatverlust, Nahrungsmangel und Umweltbelastungen.
Als Zuchtverband sieht die GdeB ihre Verantwortung in der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung der Buckfastbiene. Zucht bedeutet für uns, aktiv zur Gesundheit und Anpassungsfähigkeit der Honigbiene beizutragen. Bereits die Arbeit von Bruder Adam stand im Zeichen massiver Völkerverluste durch die Tracheenmilbe. Die Förderung vitaler und widerstandsfähiger Völker ist daher seit jeher ein zentrales Ziel der Buckfastzucht.
Angesichts neuer Herausforderungen, etwa durch die Varroamilbe, klimatische Veränderungen und weitere Umweltstressoren, bleibt züchterische Arbeit ein wesentlicher Beitrag zur Zukunftssicherung der Honigbiene.
Zugleich engagieren sich viele Imkerinnen und Imker aktiv für den Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern. Blühflächen, naturnahe Gärten, Umweltbildungsprojekte und der Einsatz gegen unnötige Pestizide sind in der Praxis weit verbreitet. Der Einsatz für gesunde Honigbienen geht häufig Hand in Hand mit verbesserten Lebensbedingungen für die gesamte Insektenwelt.
Ein prägnantes Beispiel ist die Debatte um Neonicotinoide: Schäden an Honigbienenvölkern haben maßgeblich dazu beigetragen, die Problematik bestimmter Wirkstoffe sichtbar zu machen. Betroffen sind jedoch nicht nur Honigbienen. Auch Wildbienen und zahlreiche andere Insekten leiden unter diesen Belastungen. In diesem Sinne fungieren Honigbienen auch als Indikatoren für Umweltprobleme, die weit über die Imkerei hinausgehen.
Die GdeB steht für eine sachliche, wissenschaftlich fundierte und respektvolle Diskussion. Wir nehmen berechtigte Sorgen ernst und stellen uns dem fachlichen Austausch. Gleichzeitig widersprechen wir klar, wenn Imkerinnen und Imker pauschal diffamiert oder Honigbienen einseitig zum Problem erklärt werden.
Vortragsempfehlung
Eine differenzierte Einordnung bietet der Vortrag „Honigbiene vs. Wildbiene – Was ist dran?“ von Dr. Melanie von Orlow.
Dr. Melanie von Orlow ist Biologin und Biochemikerin, Geschäftsführerin des NABU Berlin, Projektleiterin des Berliner Hymenopterendienstes, Sprecherin der Bundesarbeitsgruppe Hymenoptera des NABU und selbst Imkerin. Sie verbindet wissenschaftliche Expertise mit praktischer Erfahrung und Naturschutzarbeit.
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