Erklärung der Imkerverbände zum Weltbienentag 2022

Honigbienen, Wildbienen und Imkerei gemeinsam für Biodiversität und Artenschutz
Unsere Strategie zur Bekämpfung von Bienenkrankheiten
Der Weg zu krankheitsresilienten Bienenvölkern und einer behandlungsfreien Imkerei in den nächsten 10 Jahren.

Gemeinsames Meeting am 19.05.2022 im hessischen Neuenstein(Aua)
v.l. – Leo Famulla (DIB, AGT), Dr. John Weis (Präsident – Luxemburger Landesverband für Bienenzucht), Josef Birk (GdeB e.V.), Tosten Ellmann (Präsident – DIB), Paul Jungels (GdeB e.V.), Johannes Peter (Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.), Tino Lorz (2. Vorsitzender GdeB e.V.), Bernd Pflugrad (GdeB e.V.)

Honigbienen und Wildbienen erfüllen in unseren Ökosystemen eine Schlüsselfunktion. Ein Drittel
des Welternährungsbedarfs ist abhängig von der Bestäubung durch Insekten. 80-90 % dieser
Bestäubung erfolgt durch Bienen. Die veränderte Landnutzung, die Strukturverarmung in der
Kulturlandschaft, die Versiegelung von Flächen und die teilweise bienenunfreundlichen Städte
entziehen den Insekten ihre Lebensräume und verringern ihr Nahrungsangebot. Die Imkerinnen
und Imker beklagen diese Zustände schon seit vielen Jahren. Die Imkerschaft ist der Anwalt der
Honigbienen und ihrer wildlebenden Verwandten, der über 500 Wildbienenarten in Mitteleuropa.
Studien belegen, dass ca. 2/3 dieser Arten in ihrer Existenz bedroht sind. Die Imkerverbände
setzen sich daher für die Verbesserung der gemeinsamen Lebenssituation von Honig- und
Wildbienen ein. Nur im Zusammenspiel von allen Bienen ist eine ausreichende Bestäubung aller
Pflanzen möglich, die die Voraussetzung für die Ernährungssicherheit von Mensch und Tier ist.

Seit über vierzig Jahren werden die Bienenvölker von der Varroamilbe und der von ihr
übertragenen Viren bedroht. Die Lösung dieses Problems ist eine der großen Herausforderungen
für die Imkerei in Europa. Jeden Winter fallen viele Honigbienenvölker der Varroamilbe zum Opfer.
Angesichts solcher Verluste ist eine wirtschaftliche Imkerei erschwert und auch die
Gewährleistung einer ausreichenden Bestäubungsleistung ist dadurch nicht mehr gegeben.
In den Jahren 2018 und 2019 starteten mehrere Projekte zur Zucht und Etablierung von
varroaresistenten Bienenvölkern, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Deutschland, dem

luxemburgischen Landwirtschaftsministerium sowie der EU gefördert wurden. Durch die
europäische Zusammenarbeit der Imkerverbände und den Erfahrungsaustausch der Züchterschaft
sind Erfolgsaussichten zu erkennen.
Die am 19.05.2022 im hessischen Neuenstein zusammengekommenen Imkerverbände und
Bieneninstitutsvertreter/innen sind sich darüber einig, gemeinsam in den nächsten 10 Jahren
diesen Weg zu gehen. Sie verabredeten alle Kraft für die Erreichung des Ziels einzusetzen, eine
varroaresistente Honigbienenpopulation flächendeckend zu etablieren. Die Imkerverbände rufen
nationale und europäische Bieneninstitute, Behörden, Ministerien und alle Imkerinnen und Imker
dazu auf, gemeinsam dieses Ziel in den nächsten Jahren zu verfolgen.

Deutscher Imkerbund e.V. (DIB)
Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker e.V. (GdeB)
Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V. (DBIB)
Luxemburger Landesverband für Bienenzucht (FUAL)
Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.